| Kaum ein Komponist hat die
Musik der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts so extrem und nachhaltig
geprägt wie Mauricio Kagel. Mit verblüffend neuen instrumentalen,
theatralischen und multimedialen Ansätzen entwickelte er
in den 60er und 70er Jahren einen völlig eigenständige
und neue Musiksprache.
Ein halbes Jahrhundert europäischer
Musikgeschichte hat er miterlebt und mitgeschrieben. Kagel, in
Argentinien geboren, lebt seit mehr als einem halben Jahrhundert
in Köln. Die Stadt am Rhein ist längst zu seiner Heimat
geworden. Hier leitete er die Kölner Kurse für Neue
Musik, hier arbeitete er im Studio für Elektronische Musik
des WDR, hier wurde er Professor für Neues Musiktheater
an der Hochschule für Musik. In Bonn drehte er einen seiner
ersten Experimentalfilme, „Ludwig van“.
Mit den Vorbereitungen zu seinem musiktheatralischen
Ensemblestück „Divertimento? Farce für Orchester“ beginnt
die Fernsehdokumen-tation, in der Mauricio Kagel über seine
Kunst und sein Leben erzählt. Ein Leben, das von der Musik
verschiedener Kulturen geprägt ist. Beginnend in der Gegenwart
führt der Film in Rückblenden auch zurück in die
60er und 70er Jahre, als Kagel mit Werken für das Radio,
den Film und das Fernsehen das enge Korsett der Neuen Musik sprengte.
Der Film blickt zurück auf Mauricio Kagels Lebenswerk und
begleitet Mauricio Kagel bei seiner täglichen Arbeit, bei
Proben und Aufführungen seiner Werke vor, auf und hinter
der Bühne in Amsterdam, Donaueschingen und Krefeld. Dabei
erzählt Kagel über seine Stücke, seine künstlerischen
und kompositorischen Ideen, seine Kritik an der Moderne und seine ästhetischen Überzeugungen.
Und deutlich wird, warum die Lust an der musikalischen Kommunikation
sowie am spielerischen, oft ironischen Umgang mit Klang und Komposition
für ihn existenziell wichtig ist.
Erstsendung
Sonntag, 11. August, 21:40 Uhr in 3sat
Presse-Schau
"Der
Humor des Ernsten" (Frankfurter Rundschau)
"Das
Seufzen der Musiker" (Rheinischer Merkur)
Kontakt:
Axel Fuhrmann,
Leiter Entwicklung und Produktion

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