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Kohleengel – Retter unter Tage

Buch und Regie: Christian Heynen und Thomas Liesen
Redaktion: Gabriele Konze (WDR)
Länge: 43'30 min
Format: DigiBeta 16:9
Produktion: merkur.tv GmbH im Auftrag des WDR 2007
Sendetermin: WDR, 8. Februar 2008, 20:15 Uhr sowie 11. Februar, 14:15 Uhr

Bergleute haben einen gefährlichen Job: Schlagwetterexplosionen, Kohlenbrände und Stolleneinbrüche sind eine ständige Gefahr. Dass in Deutschland große Grubenunglücke trotzdem der Vergangenheit angehören, ist Fortschritten in der Sicherheitstechnik zu verdanken. Und einer Truppe, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn es brenzlig wird: der Grubenwehr.

An jedem Kohlenschacht ist einer dieser Rettungstrupps in ständiger Bereitschaft, um innerhalb von kürzester Zeit zu verschütteten oder vermissten Bergleuten vordringen zu können. Ihre Mitglieder arbeiten dabei rein ehrenamtlich. Sie opfern ohne Extraprämie viel Freizeit, um allen Gefahrensituationen unter Tage gewachsen zu sein. Zwei erfahrene Grubenwehrmänner stehen im Mittelpunkt der Dokumentation. Der Film begleitet Thomas Bohlmann und Michael Berlekamp bei ihren Einsätzen unter Tage. Er ist dabei, wenn sie immer wieder in harten Übungen an ihre körperlichen Grenzen gehen. Und er porträtiert zwei Menschen, die mit ihrer Aufopferungsbereitschaft Teil einer über Generationen gewachsenen, stolzen Bergmannskultur sind. Und die mit einer Mischung aus Trauer und Wut erkennen, dass der Untergang dieser Kultur kaum noch abzuwenden ist. Denn in spätestens 11 Jahren soll auch in Ibbenbüren die Kohleförderung für immer eingestellt werden.

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Unerträglich heiß lodern Flammen empor. Rauch trübt die Luft. Man erkennt kaum die Hand vor Augen. Nahezu nichts ist zu sehen. Nur langsam kommen die Männer, sich nahe am Boden haltend, voran. Atemmasken und Schutzausrüstung verbergen die Körper. Nur die Augen sind erkennbar.

Durch die Löscharbeiten entsteht Wasserdampf, der die Temperaturen in die Höhe schnellen lässt. Eine Rauchgasdurchzündung auch Flash-Over genannt, erschwert die Arbeiten zusätzlich. Doch schließlich ist das Feuer gelöscht. Alle Brandherde sind beseitigt. Erschöpft und verschwitzt steigen die Männer aus dem Container. Die Übung ist beendet – erfolgreich!

Die Übung im Flash-Over-Container ist nur eine von vielen, die Mitglieder einer Grubenwehr im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren. Die Bergmänner proben für den Ernstfall, der hoffentlich nie eintritt, der jedoch in China oder Türkei zum Alltag gehört. Sie gehören zu einer Eliteeinheit, die extremen physischen und psychischen Belastungen standhalten muss. In Deutschland verfügt jedes Bergwerk über eine eigene, bis zu hundert Mann starke Grubenwehr. Die Ausbildung erfolgt auf freiwilliger Basis und nach eingehender Eignungsprüfung. Hauptberuflich sind sie alle als Bergmänner unter Tage. Im Ernstfall haben sie die Aufgabe, sich zum Ort des Geschehens vor zu arbeiten und Leben zu retten. Meist das ihrer Kumpel.

Die größten Unglücke der Bergbaugeschichte werden in erster Linie durch Grubengasexplosionen, auch schlagende Wetter genannt, oder Kohlenstaub ausgelöst. Am schlimmsten trifft es 1906 Courrière in Frankreich. Bei der größten Schlagwetterexplosion Europas kommen 1099 Bergleute ums Leben. Solche Explosionsunglücke und andere Katastrophen sollen künftig verhindert werden. Die Entwicklung der Sicherheitstechnik beginnt. So führt die Schlagwetterexplosion der Zeche Radbod 1908 zu der Einführung elektrischer Lampen, die das Explosionsrisiko verringern. Bei dem Unglück hatten sich die Gase an einer offenen Flamme der damals üblichen Grubenlampen entzündet. Heute befinden sich unzählige Sensoren zum Messen von Grubengas in jedem Bergwerk. Explosionen werden in der Bergbausversuchsstrecke in Dortmund-Derne wissenschaftlich untersucht. Für die Sicherheit der Grubenwehr sorgen spezielle Schutzausrüstungen. Ohne sie wären erfolgreiche Einsätze der Grubenwehr unter manchen Bedingungen nicht möglich.

Durch Intensive Forschung ist deutsche Sicherheitstechnik weltweit führend. Geschieht irgendwo auf der Welt ein Grubenunglück wird die Grubenhauptstelle in Herne informiert. Dort hilft man mit technischem Rat oder schickt Leute vor Ort. Noch immer sterben Jahr für Jahr tausende von Bergleuten, vor allem in der Türkei und in China. Deutsches Know-How und deutsche Grubensicherheitstechnik sind ein Exportschlager im internationalen Kohlebergbau.

Der Film begleitet Grubenwehrleute durch ihren Arbeitsalltag. Ausgehend von der Gegenwart, ihrer persönlichen Motivation, ihrer (Familien-)Geschichte und ihren Erlebnissen, werden auch historische Unfallkatastrophen oder aktuelle Sicherheitsthemen in den Film eingebaut. Dabei wird die historische Entwicklung der Sicherheitstechnik gezeigt, denn Explosionsunglücke und andere Unfälle unter Tage trugen entscheidend zum technologischen Fortschritt bei. Zeitzeugen schildern ihre Erlebnisse. Historisches Foto und Filmmaterial ermöglicht Rückblenden in die spannende Geschichte der Grubenwehr.


Kontakt:
Axel Fuhrmann,
Leiter Entwicklung und Produktion


merkur.tv GmbH
Heinrich-Brüning-Str. 9
53113 Bonn
Telefon 0228/ 88 41 29
Telefax 0228/ 88 41 60
Mail afuhrmann@merkur.tv


Ein Unternehmen der Verlagsgruppe Rheinischer Merkur und der Tellux

Pdf-Ansicht: "Rettung aus dem Inferno - Grubenwehr und Bergsicherheit"

 

 

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