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Für Bayern die Besten –
Die Bayerische Akademie der Wissenschaften

Buch und Regie: Jörg Richter
Redaktion: Astrid Harms-Limmer
Länge: 43'30 min
Format: DigiBeta 16:9
Produktion: merkur.tv GmbH im Auftrag des BR
Sendetermin: BR alpha, Sa., 28. März 2009, 20.15 Uhr

21. April 1944. Alliierte Bomber laden ihre tödliche Fracht über München ab. Bei dem verheerenden Angriff geht das Wilhelminum in der Neuhauser Straße, in dem die Bayerische Akademie der Wissenschaften untergebracht ist, in Flammen auf. Im Dritten Reich gleichgeschaltet, wie alle wissenschaftlichen Institutionen, beginnt nach 1945 unter der Präsidentschaft Walther Meißners die Zeit des Neubeginns. Erst 1959, im Jubiläumsjahr ihres 200. Bestehens, bezieht die Akademie ihr neues Domizil im Nordostflügel der Münchener Residenz.

Die Akademie der Wissenschaften (ganz links im Bild) nach
der Zerstörung durch den Bombenangriff im 2. Weltkrieg

Die Bombennacht im April 1944 wird zum entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Sie verliert nicht nur ihr Domizil, auch wesentliche Teile der Sammlungen und des Archivs der Akademie fallen den Flammen zum Opfer. Zu spät hatte man mit der Umlagerung des Archivs und der Sammlungen begonnen. Im Zusammenhang mit Wiederaufbau und Neugliederung der Wissenschaftslandschaft im Nachkriegsdeutschland erhält auch die BADW ein neues Gesicht. Sie findet in der von Otto Meitinger umgebauten Münchener Residenz ein neues Zuhause und erhält ihre noch heute prägende Struktur. Zurzeit unterhält die Akademie 40 Kommissionen mit mehr als 300 Mitarbeitern sowie zwei fächerübergreifende Arbeitsgruppen. Mit einem Haushalt von rund 32 Millionen Euro ist sie mit Abstand die größte der insgesamt acht wissenschaftlichen Akademien der Bundesrepublik.

Seit ihrer Gründung 1759 war die BADW immer abhängig von nationalen politischen Entscheidungen und internationalen wissenschaftlichen Paradigmenwechseln. Diese TV-Dokumentation erzählt erstmals die spannende Geschichte der Entstehung und Entwicklung der BADW am Beispiel ihrer vielfältigen Aufgaben und Institutionen in Geschichte und Gegenwart. Noch heute künden die staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst, die staatliche Naturwissenschaftliche Sammlung, die Völkerkundliche Sammlung, die Sammlung Griechischer und Römischer Kunst, das Antiquarium der Residenz und die Archäologische Staatssammlung vom ehemaligen Glanz der Akademie. Von 1807 bis 1938 war der Präsident der BADW auch Generaldirektor dieser wissenschaftlichen Sammlungen. Auch die Sternwarte Bogenhausen, die Wetterwarte auf dem Hohenpeissenberg sowie das Landesamt für Vermessung und Geoinformation standen vom 19. bis ins 20. Jahrhundert unter der Verwaltung der Akademie.

Bis heute ist die BADW keine reine Gelehrtenakademie. Sie ist ein Ort der aktiven Forschung und des wissenschaftlichen Diskurses. Ihre Mitglieder sind die besten ihres Fachs. Ihre Kommissionen widmen sich Langzeitforschungsprojekten im Rahmen internationaler Forschungsvorhaben. Die Akademie ist ein Ort des Entwerfens wissenschaftlicher Zukunftsperspektiven in Naturwissenschaft, Literatur, Philosophie, Archäologie und Geschichtswissenschaft. Und sie war und ist durch ihre Mitglieder eng verbunden mit den Universitäten Bayerns, speziell Münchens, Deutschlands und der ganzen Welt.

Filmische Umsetzung

Eingebettet in Einblicke in die aktuelle Arbeit ausgewählter Forschungskommissionen erzählen Rückblenden chronologisch die Geschichte der BADW bis heute. Im Mittelpunkt der Rückblenden stehen weniger ehemalige Akademiepräsidenten und historische Forscherpersönlichkeiten, sondern vielmehr die großen Strömungen in der Wissenschaft und der Politik, die immer auch die Stellung und Ausrichtung der Forschungsaktivitäten der BADW beeinflusst haben. Ein aktueller roter Faden, auf den wir immer wieder zurückkommen können, sind die Grabungen der Kommission zur vergleichenden Archäologie römischer Alpen- und Donau-Länder am Septimerpass in Graubünden. Sondengänger sind hier auf die Reste eines römischen Feldlagers aus dem Alpenfeldzug 15 v. Chr. aufmerksam geworden. Im Sommer wird ein Archäologe der BADW wieder dort hinfahren und weitergraben. Ein Geodät und ein Sondengänger werden ihn bei seiner Arbeit in den Schweizer Alpen begleiten. Ein weiterer aktueller roter Faden könnte die Arbeit der Bayerischen Kommission für internationale Erdmessung sein. Darüber hinaus dokumentieren die Kommissionen sowie Sammlungen und Institutionen, die einst zur Akademie gehörten, die wechselhaften Perioden der Wissenschaftsgeschichte und der Akademie.

Ausgehend von der Säkularisierung der Wissenschaften im 18. Jahrhundert über die Ansiedlung der Universität in München zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Industrielle Revolution, die Kaiserzeit und das Dritte Reich bis heute zeigt die Dokumentation einen spannenden Überblick über 250 Jahre Wissenschafts- und Akademiegeschichte in Bayern. Der Film gewährt darüber hinaus auch Einblicke in kleine aber interessante Details: Wie viel wiegt ein Talar eines Akademiemitglieds und wo wird er geschneidert? Was hat es mit dem Kugelwahlsystem auf sich, mit dem bis heute die Akademiepräsidenten gewählt werden? Und welche Rolle hat die BADW, wenn Wissenschaftler in die Walhalla aufgenommen werden – wie etwa vor kurzem Carl Friedrich Gauß?

Interviews mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der Kommissionen, Akademiemitgliedern aus dem In- und Ausland, Wissenschaftshistorikern sowie Politikern beleuchten die Arbeit, die Funktionsweise und den Stellenwert der Akademie im nationalen und internationalen Wissenschafsbetrieb.

Neudreh und historisches Film- und Foto-Material ergänzen sich zu einem filmisch spannenden Blick auf Geschichte und Gegenwart der BADW.


Werner Reuß: Grußwort anlässlich der Premiere in der BADW
merkur.de: Werner Reuß, Chef des Bildungskanals BR-alpha, über Wissen im Fernsehen

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