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Für Bayern die Besten –
Grußwort von Werner Reuß
anlässlich der Premiere
in der Bayrischen Akademie der
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Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Frau Generalsekretärin,
hochverehrte Festgäste,
„Wer für Wissen Wissen schafft, macht aus Wissen Wissenschaft“ – dieses Wortspiel trifft in besonderer Weise für die Bayerische Akademie der Wissenschaften zu. Als vor einigen Monaten im Gespräch mit dem Präsidenten der Akademie, Herrn Prof. Dr. Dietmar Willoweit die Idee entstand, zum 250. Geburtstag der Akademie eine Dokumentation zu produzieren, klang dies nach „business als usual“. Aber schon nach kurzer Recherche wich die anfängliche Sicherheit der Fernsehschaffenden einem ungläubigen Staunen: 250 Jahre bewegte und auch bewegende Geschichte: Allein die schier zahllos bedeutenden Mitglieder der Akademie wie z.B. Johann Wolfgang von Goethe, die Gebrüder Grimm, Lorenz von Westenrieder, Theodor Mommsen, Alexander und Wilhelm von Humboldt, Max Planck, Justus von Liebig, Max von Pettenkofer, Otto Hahn, Albert Einstein, Max Weber, Werner Heisenberg, Otto Braun-Falco und viele, viele mehr – das liest sich, wie das Who is who, oder wohl eher wie die Creme de la creme der deutschen Wissenschaften. Heute besteht die Bayerische Akademie aus 41 Kommissionen mit mehr als 300 Mitarbeitern. So wurde aus dem ungläubigen Staunen alsbald ehrfürchtige Demut. Halt und Mut fanden wir in dem Appell des deutschen Ingenieurs Max von Eyth (1836-1906), der meinte: „Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen!“
Die Aufgabe, in einer 45-minütigen Dokumentation der Akademie gerecht werden zu können, glich ein bisschen dem berühmten Ritt über den Bodensee. In leichter Abwandlung von Gustav Schwabs (1792-1850) Ballade hätten wir nach Abschluss der Recherchen formulieren können: „Der Reiter erstarret auf seinem Pferd, er hat nun die vielen Worte gehört, es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar, doch vor ihm grinst noch die grause Gefahr, es siehet sein Blick nur den grässlichen Schlund, sein Geist versinkt in den schwarzen Grund“.
Doch im Gegensatz zum Ende der Ballade von Gustav Schwab fiel unser Blick knapp vor dem Schreckenstod auf den Wappenspruch der Akademie: „Tendit ad Aequum“ – Sie strebt nach dem Angemessenen. Das machte die Aufgabe nicht unbedingt leichter, sorgte aber für Klarheit, Hoffnung und Orientierung: Letztlich galt es, den Spagat zu schaffen zwischen der Würdigung der Akademie und der Berücksichtigung der Interessen unserer Zuschauer. Aus Sicht der Zuschauer muss der Stoff interessant sein und spannend erzählt werden. Zwar soll sich ein Journalist nie gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, aber in diesem Fall war es unvermeidlich. Ich hoffe, glaube und wünsche, dass der Zuschauer am Ende des Porträts zu der Erkenntnis kommt, gut dass es diese Akademie gibt, gut dass wir sie haben und ja, diese Bayerische Akademie brauchen wir dringend, um unsere Zukunft besser bewältigen zu können.
Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, sind es für mich – neben vielen anderen - vor allem zwei Faktoren, die das Filmporträt deutlich macht und die die Bayerische Akademie der Wissenschaften auszeichnen:
1. Die Kontinuität, die wir in unserer hektischen, schnelllebigen Welt so schmerzlich vermissen und die Langmut und Geduld voraussetzt. Wie bei dem Spiel „Malen mit Zahlen“ geht es der Akademie nicht darum, Erkenntnis durch die Erforschung eines einzelnen Datums zu erlangen, sondern die Erkenntnis stellt sich erst durch die Verbindung vieler Daten ein. Und das kann dauern: Monate, Jahre, Jahrzehnte. Manches Forschungsprojekt überschreitet mehr als die Lebenszeit nur eines Wissenschaftlers. Genannt sei hier die Glaziologie: Nur durch das beständige Erfassen, Messen und Forschen lassen sich punktuelle von dauerhaften Veränderungen unterscheiden. Und die Beständigkeit schützt vor Wissensverlust in Disziplinen, die zeitweise nicht wichtig schienen. Genannt sei hier der Thesaurus linguae Latinae, der die gesamte Latinität, jedes bisher lateinisch geschriebene Wort umfasst und von unvorstellbarem Wert ist.
2. Die Begeisterung: Jedes Interview, das geführt wurde, jedes Gespräch das ohne Kamera für die Recherche oder mit Kamera für den Film geführt wurde, war getragen von der Euphorie der Wissenschaftler für ihre Arbeit. „Begeisterung und Optimismus sind die Beine des Fortschritts“ hat der Aphoristiker Peter Schumacher formuliert. Und Hyronymus Mauser meinte: „Wir werden unsere Aufgabe nur erfüllen können, wenn wir erfüllt sind von unserer Aufgabe“. Dass hier an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften alle von ihrer Aufgabe erfüllt sind, konnte man sehen am Funkeln in ihren Augen, wenn sie von ihrer Arbeit sprachen und an der Zeit, die sie sich für uns genommen haben. Von Johann Gerhard Oncken stammt der Satz: „Wer die Gottesgabe der Begeisterung besitzt, der wird wohl älter, aber niemals alt“. Dies trifft sowohl für die Akademie, wie für ihre Mitglieder zu.
Der Autor und Regisseur des Films, Jörg Richter, hat bei seinen Dreharbeiten nicht nur große Unterstützung erfahren, für die ich mich im Namen des Bayerischen Rundfunks ausdrücklich bei Ihnen allen bedanken möchte, sondern er hat auch begeisterte und begeisternde Wissenschafterinnen und Wissenschaftler kennengelernt. Es ging ihm und uns darum, in diesem Porträt über die Bayerische Akademie der Wissenschaften auch diese „Faszination Wissen“ zu vermitteln. Und so hoffen wir, dass unser Filmporträt über die Akademie mit dem Titel „Für Bayern die Besten“ Ihnen und unseren Zuschauern gefällt.
Unser Autor, Jörg Richter, das sei vorweggenommen, hat seinen persönlichen Ritt über den Bodensee nicht nur überlebt, er hat in bravourös gemeistert. Und so kann im nachhinein – in Anlehnung an Gustav Schwab formuliert werden: „Der Reiter ritt vergnügt durchs helle Thal, so schimmre auf sein Werk der Sonne Strahl“.
Herzlichen Dank !
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