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Abgeschlossen
Industrie-Dynastien in NRW - Das Stinnes-Imperium
Autoren: Michael
Rutz und Axel Fuhrmann
Regie: Axel Fuhrmann
Redaktion:
Beate Schlanstein (WDR)
Fachberatung: Mathias Stinnes
Länge: 45 min
Format: DigiBeta 16:9
Produktion:
merkur.tv GmbH im Auftrag des WDR
Sendetermin: 3sat, Freitag, 16. Mai 2008, 20:15 Uhr
Erstsendung: 16.09.2005
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Zu Beginn der zwanziger Jahre ist das Stinnes-Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht. Hugo Stinnes herrscht über den mit über 3000 Firmen größten Industrie- und Handelskonzern der Welt. Der Konzernlenker aus Mülheim an der Ruhr ist der einflussreichste Unternehmer Deutschlands und Reichstagsabgeordneter der DVP. Er besitzt eine eigene Zeitung, die „Deutsche Allgemeine Zeitung“, die er geschickt nutzt, um seine politische und wirtschaftliche Macht auszubauen. Die Kohle aus seinen Zechen treibt die Dampfer seiner Trans-Ozean-Linie an, die auf Stinnes eigenen Werften gebaut werden. Deutsche und Schweizerische Eisenbahnen fahren mit Briketts aus Stinnes-Zechen. Seine Binnenflotte, die größte Deutschlands, transportiert Stinnes-Kohle und Handelsgüter durch ganz Europa. Aus seinen Ölfeldern fließt der Rohstoff für seine Petroleum- und Chemiefabriken. Strom aus den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken, deren Aufsichtsratsvorsitzender er ist, erleuchtet seine Fabriken, lässt seine Hotels erstrahlen und treibt die Druckmaschinen seines Zeitungsverlages an. Hugo Stinnes gilt, nach dem Kaiser, als reichster Mann Deutschlands.
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Stinnes Trans-Ozean-Linie
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Stinnes‘ Arbeiter und Angestellte fördern Erz, Stein- und Braunkohle, gießen Stahl, bauen Ozeanliner, erzeugen Elektrizität, arbeiten in den chemischen Betrieben des Konzerns, produzieren Baustoffe, transportieren sie auf Stinnes-Schiffen, servieren den Gästen der Stinnes-Hotels das Frühstück und drucken täglich die Stinnes-Zeitung auf Papier aus Stinnes-Zellstofffabriken. Hugo Stinnes besitzt eine Prachtvilla im Berliner Grunewald, eine Burg am Rhein und zwei Schlösser.
Als Hugo Stinnes 1924 in Berlin stirbt, beginnt der Zerfall seines Imperiums. Nach dem Untergang des Dritten Reichs setzt sich Bundeskanzler Konrad Adenauer persönlich für den Erhalt des Unternehmens ein. In einem Gespräch mit Dwight D. Eisenhower gelingt Adenauer ein Coup. Als einziges Deutsches Unternehmen darf Stinnes 1956 bei der Versteigerung der amerikanischen Feindvermögensanteile mit bieten. Das Geld kommt durch Empfehlung des Wirtschaftsministers Ludwig Erhard von der Deutschen Bank. Aber selbst in den Wirtschaftswunderjahren gelingt es den Stinnes-Erben trotz massiver politischer Unterstützung nicht, die Zukunft des noch immer gewaltigen Konzernriesen dauerhaft zu sichern. Heute ist die Macht der Unternehmerfamilie aus Mülheim an der Ruhr erloschen, der einst größte Industrie-Konzern der Welt zerschlagen. Doch sein Name lebt weiter. Heute ist die Stinnes Logistics GmbH ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG. Unter dem Namen Stinnes werden noch immer Güter in alle Welt transportiert.
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Hugo Stinnes jr. und Ludwig Erhard |
Presse: "Das
walte Hugo!" (Rheinischer Merkur vom 01.09.2005)
Projektinfo als Pdf: "Das
Stinnes-Imperium" (Industrie-Dynastien in NRW)
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